Ernährungsberatung Ingrid Bergmann

Mikroskopische Nahrungsausnutzung

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Was ist das und wofür?

Die mikroskopische Untersuchung auf Nahrungsausnutzung des Hundekots gibt Anhaltspunkte für eine mangelhafte Verdauungsleistung unterschiedlicher Ursachen.

Im Labor wird der Kot nach Verdauungsrückständen wie z.B.

  • Stärke
  • Neutralfett
  • Fettsäuren
  • Seifen
  • Muskelfasern
  • Bindegewebe

Diese einfache und kostengünstige Untersuchung gibt einen ersten Hinweis im Sinne einer Maldigestion/Malabsorbtion.

Wird vermehrt Stärke homogen gequollen im Kot gefunden, lässt das auf eine gestörte Verdauung im Dünndarm schließen.

Ein vermehrter Nachweiß von Stärke im Kot ist meist auf eine mangelhafte Kohlehydrat-Verdauung zurückzuführen. Ursache hierfür ist oft eine exkretorische Pankreasinsuffizienz mit verminderter Sekretion von Kohlehydrat-spaltenden Enzymen. Eine weitere Untersuchung der Pankreas Elastase im Kot kann sinnvoll sein.

Ein vermehrter Nachweis von Neutralfett im Kot deutet auf eine unzureichende Aufspaltung von Nahrungsfetten hin. Ursachen dafür sind z.B. Mangel an fettspaltenden Enzymen, Gallesekretionsstörungen oder Störung der Gallensäurenrückresorption. Eine ergänzende Untersuchung der Gallensäuren im Kot kann sinnvoll sein.

Ein vermehrter Nachweis von Fettsäuren im Kot deutet auf eine Resorptionsstörung im Dünndarm hin. Mögliche Ursachen können Dünndarmentzündungen sein.

Das Vorhandensein von Muskelfasern im Kot deutet auf die Folgen einer verminderten Proteinverdauung (Fleisch) hin. Ursachen dafür kann eine exkretorische Pankreasinsuffizienz sein, mit verminderter Sekretion eiweißverdauender Enzyme oder eine gestörte Verdauung im Magen.

Je nach Befund sind Anpassungen des Futters notwendig z.B.

  • Änderung in der Zusammensetzung z.B. weniger Fett
  • Änderung der Zutaten z.B. mehr Fisch als Fleisch, weniger Kohlehydrate
  • Änderung der Darreichungsform z.B. gedünstet anstatt roh
  • Nahrungsergänzungen zur Unterstützung des Magens
  • Nahrungsergänzungen zur Unterstützung der Fettverdauung
  • Auswahl geeigneter Darmprobiotika
  • Auswahl geeigneter Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe
  • Anregung weiterer tierärztlicher Untersuchungen z.B. Vitamin B12 und Folsäure im Blut bestimmen und Ultraschalluntersuchungen der Innenorgane

Diese Untersuchung ist eine Momentaufnahme und sollte nach Futteranpassung ggf. mehrmals wiederholt werden.

Die mikroskopische Nahrungsausnutzung vom Hundekot führt ein vom Tierarzt, Heilpraktiker oder Ernährungsberater beauftragtes Labor durch, wo Sie auch die Röhrchen für die Kotprobe erhalten. Als Probematerial wird eine Kotprobe von 1 Tag benötigt.



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Ernährungsberatung für Hunde

Malassimilation beim Hund

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ist der Überbegriff für Maldigestion und Malabsorption, die Folge davon ist eine verminderte Nährstoffausnutzung.

Maldigestion ist eine Störung der enzymatischen Aufspaltung der Nahrung für die es verschiedene Ursachen gibt. Die Störung kann angeboren oder erworben sein. Bei einem Mangel oder Fehlen bestimmter Verdauungssäfte spricht man von einer exokrinen Pankreasinsuffizienz die eine mögliche Ursache für eine Fehlverdauung sein kann.

Malabsorption ist eine verminderte Aufnahme bereits aufgespaltener Nahrungsbestandteile für die es auch viele Ursachen gibt.

Bei Hunden die an verschiedenen Verdauungsstörungen leiden wird sehr oft die Diagnose Allergie gestellt, was in den meisten Fällen bei der Suche nach der Ursache sich als Malassimalation herausstellt. Um die Verdauungsleistung zu prüfen gibt es entsprechende Kot-Untersuchung die vor endoskopischen Untersuchungen gemacht werden sollten.


Wichtig ist es die Ursache für die Probleme zu finden, die oft empfohlenen Ausschlußdiäten bringen in den meisten Fällen überhaupt nichts, außer daß die Nerven des Tierbesitzers blank liegen uns sich langsam Ratlosigkeit einstellt. Was nützt eine Diät mit exotischen Fleischsorten wie z.B. Strauss, Känguru wenn der Hund z.B. das Muskelfleisch unzureichend verdaut? Getreidefrei ist auch nicht immer die Lösung, das bringt nur etwas wenn eine Störung diesbezüglich vorliegt. Interessant dazu ist ein Artikel der hier im Orginal zu finden ist:

Artikel Quelle: Die Sequenzierung des Genoms unterstreicht die dynamische Frühgeschichte von Hunden
Freedman Ach, Gronau i., Schweizer RM, Ortega-Del Vecchyo D, Han E, Et Al. (2014) Die Sequenzierung des Genoms unterstreicht die dynamische Frühgeschichte von Hunden. PLOS Genetics 10 Absatz 1: e1004016. https://DOI.org/10.1371/Journal.pgen.1004016

in dem Artikel geht es zum einen darum daß die Abstammung des Haushundes vom Wolf neu “überdacht” werden sollte, möglich ist ein gemeinsamer Vorfahre der auf der einen Linie zum Wolf wurde und die andere Linie unser Haushund ist. Interessanterweise wurde ein Gen gefunden welches für die Verdauung von Stärke zuständig ist, AMY2B. Das zeigt, daß Hunde durchaus in der Lage sind stärkehaltige Nahrung zu verdauen.

Dein Hund lebt nicht von dem was er frisst, sondern von dem was er verdaut!


Eine Ernährungsberatung sollte das Ziel haben die Ursache für die Verdauungsbeschwerden zu finden!


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