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Hundefutter mit Rohfleisch ist ein Gesundheitsrisiko

Laut einer aktuellen Untersuchung der Universität Zürich von Rohfutter-Proben, sogenannten „Barf“-Menus, wurden in jeder 2. Probe multiresistente Bakterien gefunden. Die resistenten Bakterien im Rohfutter können sich auf die Heimtiere übertragen – und damit auch auf den Menschen.

So eine Aussage erzeugt Angst beim Verbraucher! Aus meiner Sicht ist das eine einseitige Information ohne die Hintergründe zu erklären. Leider ist das Thema sehr komplex und für medizinische Laien schwer zu verstehen. Das Thema „multiresistente Keime“ haben vielleicht schon viele von Ihnen im Zusammenhang mit Meldungen von resistenten Keimen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelesen. Eine Information zu diesem sehr komplexen Thema finden Sie beim Bundesinstitut für Risikobewertung:

https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_esbl__und_ampc_bildenden_antibiotikaresistenten_keimen-106471.html


Vor ca. 25 Jahren hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Apotheker. Dieser berichtete das der Umsatz an Antibiotika steigend ist, immer mehr Menschen nehmen auch bei geringen Beschwerden Antiobiotika ein. Er meinte darüber könne man geteilter Meinung sein, vor allem was die „Zerstörung“ der Darmflora betrifft, es gäbe ein weiteres Problem das wahrscheinlich erst in den nächsten 20 Jahren „aktuell“ wird, nämlich die Resistenzen die sich dadurch entwickelt. Er war der Meinung das die Ausscheidungen der Menschen die Antiobiotika einnehmen, als „Sondermüll“ zu betrachten sind und NICHT in die Toilette gehören, denn von da aus geht es in die öffentliche Kanalisation und zur Kläranlage. Er meinte das in den Kläranlagen die Rückstände nicht oder nur unvollständig entfernt würden und im Trinkwasser wieder zu ALLEN Menschen zurück kommen. Er meinte somit nimmt dann Jedermann Antibiotika zu sich und deshalb bilden sich langfristig Resistenzen, die ein riesen Problem werden können.

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Dieses Bild beschreibt treffend das Thema!

Beitragsbild von Thomas Malyska bei Pixabay

Logisch und nachvollziehbar und das betrifft nicht nur Menschen sondern auch Tiere. In Massentierhaltungen werden Antiobiotika eingesetzt, die Ausscheidungen dieser Tiere gelangen über die Gülle auf die Felder und wir essen dann das Gemüse und Getreide. Vom Feld selber wird wahrscheinlich ein großer Teil auch ins Grundwasser gelangen usw. usw. Für mich war damals dieser Gedanke erschreckend und nun ist es so weit!

Hier ein Zitat aus dem Bericht vom Umweltbundesamt, den ganzen Artikel finden Sie im unten genannten Link:

Bereits geringe Konzentrationen von Antibiotikarückständen in der Umwelt reichen aus, um antibiotikaresistenten Bakterien einen Selektionsvorteil gegenüber nicht resistenten Bakterien zu verschaffen (Selektionsdruck). Die Selektion kann begünstigt werden durch weitere Umwelt-schadstoffe wie z. B. wie Biozide, Schwermetalle (Zink, Kupfer) und Antibiotikamischungen. Liegen Antibiotikaresistenzgene und Resistenzgene gegenüber z. B. Schwermetallen oder Bioziden zusammen in einem Bakterium vor, genügt schon ein Schwermetall oder Biozidwirkstoff, damit alle Gene in der Umwelt bestehen bleiben und sich verbreiten. Dieses Phänomen wird als Ko-Selektion von Resistenzgenen bezeichnet. In nährstoffreichen Abwässern, Klärschlämmen und Gülle ist die bakterielle Besiedlungsdichte oft sehr hoch. Durch diese hohe Zelldichte kann die Übertragung von genetischem Material zwischen den Bakterien, d. h. der horizontale Gentransfer, zusätzlich gefördert werden. Treffen all diese Faktoren an den Eintragspfaden von Antibiotika zeitgleich auf, fördert dies die Entstehung von antibiotikaresistenten Bakterien in der Umwelt“.

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/181012_uba_hg_antibiotika_bf.pdf


Verantwortungsbewußte Hundebesitzer haben schon immer das „Häufchen“ ihres Hundes aufgesammelt und in eine Tüte gegeben, die Tüte im Müll entsorgt, wo diese dann in der Müllverbrennungsanlage landet und somit nicht mehr in den Kreislauf der Natur gelangt. Vor allem der Kot von Hunden die Antiobiotika nehmen sollte so entsorgt werden und nicht in sogenannten „Bio-Kot- Tüten“ die z.B. kompostierbar sind oder in der Natur liegen gelassen werden.


Information statt Panikmache, wenn Sie sich zu BARF entschieden haben, es typgerecht zu Ihrem Hund passt, brauchen Sie nicht mit Schutzanzug, Mundschutz und Gummihandschuhen in der Küche stehen! Die „übliche“ Hygiene wie Händewaschen, Säubern von Arbeitsplatz und Futterschüsseln ist meiner Meinung nach ausreichend!

Beitragsbild von ADD bei Pixabay

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Giardiasis

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Unter Giardien versteht man eine Gattung von mikroskopischen Dünndarm-Parasiten, die zur Gruppe der tierischen Einzeller – der Protozoen gehören.

Es existiert in zwei Formen:

  • Trophozoit – im Darm
  • Dauerstadium-Zyste, infektiöses Stadium

Ansteckung:

Die Krankheit wird meistens durch das Trinken von verunreinigtem Wasser ( Hunde die aus Wasserpfützen, Gartenteichen, Tümpeln trinken) verursacht, seltener durch Lebensmittel, die mit verunreinigtem Wasser behandelt wurden. Die Infektion kann aber auch durch Lebensmittel übertragen werden, die von Infizierten angefasst wurden. Gute Handhygiene ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden, bei Hunden darauf achten, daß sich diese nicht ablecken (vor allem Analregion).

Zur Bekämpfung der Parasiten reicht eine gewöhnliche Desinfektion des Wassers mit Chlor nicht aus, durch Kochen werden sie jedoch abgetötet.

Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung, ist normalerweise 7–10 Tage, kann aber auch zwischen 5 und 25 Tagen betragen. Bei vielen Übertragenen heilt die Infektion aus, ohne dass es zu Symptomen gekommen ist, einige scheiden mit dem Stuhl/Kot infektiöse Zysten aus, ohne selber Symptome zu haben, manche entwickeln Symptome.

Besonders zu Beginn der Erkrankung, im akuten Stadium, tritt häufig wässriger Durchfall auf. Es können Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Durchfall und übelriechender Stuhlgang / Kot auftreten. Andere Symptome können Müdigkeit und Gewichtsverlust sein, auch Fieber. Die Symptome dauern in der Regel 2–4 Wochen.

Bei einem intaktem Immunsystem können Menschen und Tiere gesunden, auch ohne Behandlung. Bei geschwächtem Immunsystem kann die Erkrankung in die chronische Form über gehen. Außer den bereits genannten Verdauungsbeschwerden kann eine Malabsorption sowie Beschwerden und Reizungen von Augen, Haut, Gelenken und Harnwegen dazu kommen.

Ein Nachweis von Giardien erfolgt über Stuhl / Kotproben.

Die Behandlung erfolgt u.a. mit Metronidazol beim Mensch und Haustier.


Bei einem starken Giardienbefall mag zwar die „chemische Keule“ eine schnelle kurzfristiges Abklingen der Beschwerden bewirken, ganzheitlich gesehen führt diese Behandlung zu einer weiteren Schwächung des Immunsystems und der Entgiftungsorgane.


Das infektiöse Stadium ist die Zyste. Sie wird oral aufgenommen und übersteht aufgrund ihrer relativ widerstandsfähigen Zystenwand die Magenpassage. Im proximalen Dünndarm exzystiert die Zyste und entlässt zwei Trophozoiten.

Da das Mikrovilli-Epithel im Dünndarm etwa alle 72 h erneuert wird, wechseln die Trophozoiten häufig ihre Stelle. Die Anheftung wird von Mikrotubuli und kontraktilen Proteinen gesteuert, wobei auch die Interaktion von Lektinen mit oberflächengebundenen Zuckern eine Rolle spielt. Durch die Anheftung der Trophozoiten in den Mikrovillisaum der Darmzellen zur Reizung der Zelloberfläche und Störungen der Nährstoffaufnahme im Darm. Dabei kommt es nicht zu einer direkten mechanischen Schädigung des Darmepithels, sondern zu komplexen Reaktionen.

Die Aktivierung von CD8+-T-Lymphozyten führt zu einer Verkürzung der Mikrovilli. Darüber hinaus kommt es zur Verminderung der Aktivität der Zweifachzucker** abbauenden Enzyme, zu einer Hyperplasie der Darmkrypten, einer verstärkten Sekretion von Chlorid-Ionen, zu einer Erhöhung der Durchlässigkeit der Darmwand durch Aufbrechen der Zellkontakte, zu einer Steigerung des Zelluntergangs und zu einer Schädigung der Darmzellen durch eiweißspaltende Enzyme und Lektine* (Proteine die u.a. in Pflanzen vorkommen, genauer gesagt sind es die Abwehrstoffe der Pflanzen gegen Fressfeinde.)

** Beispiele Vorkommen in: Cellulose, Milchzucker, Glykogen (in Leber), Malzzucker, Rohr-Rübenzucker, Bienenhonig, Pflanzenfarbstoffe im Zellsaft, Hülsenfrüchte, Stärke.

*Lektine Vorkommen in: Hülsenfrüchten, Nachtschattengewächsen (Kartoffeln), Mais, Milch und Fleisch von Tieren die mit Mais gefüttert werden, Gurken, Zucchini.

Giardien ernähren sich vom Schleim der Dünndarmschleimhaut und vom Darminhalt des Wirtes. Die aufgenommenen Kohlenhydrate werden in Form von Glykogen gespeichert und anaerob abgebaut. Ein weiterer Stoffwechselweg ist z.B. die Buttersäuregärung (Glykoloyse von Zucker zu Pyruvat). Bei Giardien spielt außerdem der Aminosäure-Metabolismus eine wesentliche Rolle in der Energie-Gewinnung (Arginin-Dihydrolase-Stoffwechselweg).

Bei Durchführung einer Giardienbehandlung empfiehlt sich eine Diät die arm an Zweifachzucker und Lektinen ist, siehe ** und * , sowie meiden von besonders Argininreichen Lebensmitteln wie: Gelatine, Soja, Kürbiskerne, Erdnüsse, Mandeln, Pinienkerne, Haselnüsse, Pferdefleisch, Rehfleisch.

Zur naturheilkundlichen Unterstützung kann kollodiales Silber verabreicht werden ( bis zu 1 TL pro 10kg Hund/ Katze pro Tag), Huminsäuren z.B. Anibio Moortrunk und Kuren mit Kräuterpräparaten z.B. Anibio Wurmalin.

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Bild von Kurt Duschek auf Pixabay